Zusammen mit einer Freundin habe ich diesen feisten Endfünfziger mal in Clemens Notgeil umgetauft. Seitdem muss ich höllisch aufpassen, dass mir das nicht rausrutscht.
„Kellner?“
„Können Sie nicht einmal Frau Kellner sagen?“
„Also, Kellner, um 17.21 Uhr fährt der ICE. Holen Sie zwei Fahrkarten. Schaffen Sie das? Ich kann Ihnen auch die Nachlösegebühr vom Lohn abziehen, wenn Sie wollen? Und besorgen Sie mir noch einen Kaffee, der im Zug schmeckt nicht. Hopp hopp, zügig.“
Dieser miese Sack. Wenn er mir einen Tag vorher gesagt hätte, dass wir fahren, wäre das hier alles nicht nötig! So kann ich die Kiste wieder aus dem Dreck ziehen, oder selbst reinfallen. Beides prickelnd. Runter in die Halle. Wieso komme ich nicht auf die Idee, dass er den Kaffee holt und ich die Tickets? Wahrscheinlich, weil er alleine nicht hierher zurückfinden würde. Also geb ich mal wieder die rasende Roswitha. Auf der Rolltreppe stehen alle kreuz und quer. Rechts stehen, links gehen, wie in England, das wäre perfekt. Ist aber genauso eine Illusion in deutschen Bahnhöfen wie kippenfreie Gleise.
17.13 Uhr
Tickets nach rechts, sagt die Tafel. Ist das voll hier! Zum Fahrgastcenter bitte einmal quer durch den Bahnhof. Klar, was auch sonst, wenn man nur neun Minuten hat.
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Liebe Leserin, lieber Leser,
diese Geschichte gehört zu jenen, die beim Schreibwettbewerb des Schreib-Lust-Verlages im März 2008 auf dem Treppchen gelandet sind und damit veröffentlicht wurden. Die komplette Geschichte können Sie nachlesen in der Mai-Ausgabe 2008 der SL Print, zu bestellen beim Schreib-Lust-Verlag.
